Die internationale wissenschaftliche Konferenz des Verbandes Polnischer Germanisten fand dieses Jahr im malerischen Bronisławów statt. Das Konferenzzentrum Magellan befand sich mitten im Wald in der Nähe eines Sees, ca. 60 km. von Lodz entfernt. 120 Teilnehmer aus Polen, Deutschland, Österreich, Russland, Ungarn und Lettland tagten drei Tage lang über Translatorik in Forschung und Lehre der Germanistik. Die Konferenz wurde zum ersten Mal in Zusammenarbeit mit einer privaten Hochschule, der Lodzer Hochschule für Geistes- und Wirtschaftswissenschaften (WSHE, Wyższa Szkoła Humanistyczno-Ekonomiczna) ausgerichtet.

Die Tagung wurde von Professor Franciszek Grucza eröffnet, der in seiner doppelten Funktion als Präsident des Verbandes Polnischer Germanisten und als Präsident der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) die Konferenzteilnehmer und die Ehrengäste begrüßte. In seiner Rede betonte Professor Grucza, dass der Verband Polnischer Germanisten stets wächst. Im Jahre 2008 verzeichne er nun schon 307 Mitglieder, darunter über 100 Professoren. Besonders erfreulich sei der Zuspruch, den der VPG aus den Reihen des akademischen Nachwuchses erfährt. Die polnische Germanistik gewinne immer mehr an Bedeutung. Das belegt u.a. die Tatsache, dass stets mehr Vertreter/Innen des Faches höhere akademische Ämter anvertraut werden. Auch der internationale Kongress der IVG, der 2010 in Warschau stattfinden wird, spiegle diesen Tatbestand wider. Professor Grucza ermunterte alle Anwesenden, an dem IVG-Kongress 2010 aktiv teilzunehmen. Anschließend gratulierte Professor Grucza denjenigen Anwesenden, die am 1. September dieses Jahres neue Ämter antreten. Schließlich richtete er einen Gruß an die Preisträger des VPG, dabei insbesondere an die anwesenden Professoren Karl-Dieter Bünting und Wolfgang Heinemann. Danach bat er die Ehrengäste, das Wort zu ergreifen.

Professor Makary Krzysztof Stasiak, Rektor der WSHE, berichtete über seine Hochschule und deren beeindruckende Entwicklung (1993 gegründet, mittlerweile über 30.000 immatrikulierte Studenten, eigener Verlag, eigene Druckerei, neuerdings auch eigenes Fernsehen); Dr. Jarosław Wojcieszek, Vizepräsident der Stadt Łódź, erwähnte die Geschichte der Stadt Łódź, die von vier Kulturen, unter anderem der deutschen, geprägt wurde. Jens Lütkenherm, Leiter der Kulturabteilung der deutschen Botschaft in Warschau, unterstrich die wachsende Bedeutung der Translatorik und des Kulturtransfers in den interkulturellen Kontakten, in denen Übersetzer und Dolmetscher die wichtige Rolle der Sprachmittler und der Kulturvermittler übernehmen. Dr. Randolf Oberschmidt, Leiter der Außenstelle des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Warschau, meinte, dass die Sorge um die außerhalb Deutschlands angesiedelte Germanistik, d.h. um die Auslandsgermanistik, für den DAAD Auftrag und Freude zugleich sei; daher würden die Stipendienprogramme ausgebaut und das Lektorennetzwerk (20 Lektoren) erweitert. In Polen sei die beste Auslandsgermanistik beheimatet, allerdings sei auch eine besorgniserregende demographische Entwicklung zu beklagen (im Jahre 2015 soll es 40% weniger Studenten als 2005 geben). Eine nicht zu unterschätzende Gefahr seien Signale, dass die Philologien auf dem Markt etwas an Wert verlieren würden. Auch bei der Hochschulreform in Polen seien die Verlierer die Geisteswissenschaften, daher sei eine anwendungsorientierte Germanistik umso mehr vonnöten. Danach trat Professor Andreas Kelletat, Vize-Präsident der Gesellschaft für interkulturelle Germanistik (GiG) ans Rednerpult. Er übermittelte die Grüße des leider verhinderten Präsidenten der GIG, Professor Ernest Hess-Lüttich, und gewährte einen kurzen Einblick in geplante Aktivitäten und Veranstaltungen der Gesellschaft. weiter

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