Konferenz des Verbandes Polnischer Germanisten

Blick(e) über die Grenze(n). Transkulturelle und Transdisziplinäre Ansätze in der germanistischen Forschung und Lehre

Schlesische Universität Katowice

19.-21.05.2017

 

Das Konzept der „Grenze“ ist in den letzten Jahren nicht nur für die Kulturwissenschaften, sondern auch für die Fremdsprachenphilologien, darunter die Germanistik in ihren Teilgebieten (Literaturwissenschaft, Linguistik, Translatorik und Glottodidaktik), zu einem wichtigen wissenschaftlichen Forschungsfeld mit starkem Praxisbezug geworden. Dieser Ansatz des disziplinenübergreifenden Arbeitens, der in erster Linie verbindende und weniger trennende Elemente betont, ist thematisch begründet und führt zur einer Öffnung der Perspektive(n) innerhalb der Germanistik. Die transdisziplinäre und -kulturelle Grenzüberschreitung ist u.a. dem veränderten Aufgabenprofil der Germanistik in Deutschland und somit auch der neuesten Orientierung der Auslandsgermanistik geschuldet. Einerseits werden durch die Nutzung der Methoden benachbarter Disziplinen (Korpuslinguistik, Mehrsprachigkeitsdidaktik u.Ä.) neue Zugänge zur Zweitspracherwerbs-forschung und Lehr-Lern-Szenarien geschaffen, die den Gegebenheiten der gesellschaftlichen Sprach(en)realität im Zusammenhang mit Migration und Integration Rechnung tragen. Andererseits zeigt sich in der Spezifik der germanistischen Forschung und Lehre in Polen, dass kontrastive Ansätze in translatorischer Perspektive, insbesondere im Bereich der Fachsprachenlinguistik und der Glottodidaktik, immer wieder neue Impulse erfahren. Dabei nehmen vergleichende Studien aus der Diskurs- und Medienlinguistik eine disziplinenübergreifende Stellung ein, die auch über die Germanistik hinaus Beachtung finden. Überschreiten von Grenzen war und ist bis heute ein wichtiges Element der Literaturentwicklung, deren synkretische Formel in der postmodernen Zeit eine neue Gestalt angenommen hat. Seit Cultural turn kann man auch von neuen Impulsen sprechen, die Interpretation von literarischen Texten wesentlich bereichert haben.

Grenzregionen eignen sich nicht nur aufgrund ihrer geografischen Lage in besonderer Weise für den „Blick über die Grenze“: Sie (und damit auch ihre Bewohner) sind auf verschiedenen Ebenen vom Nachbarschaftscharakter geprägt und erleben den Grenzgang in einer sprachlich-kulturellen Lebenswelt als tägliche Erfahrung. Neben den mehrsprachigen, interkulturellen Arbeitswelten entstehen in diesen Grenzräumen aber auch Sprach- und Kulturkontakte, die sich in spezifischen literarischen Schreibpraxen widerspiegeln. In einem weiteren Verständnis von Grenzüberschreitung sind daher auch Ansätze zu sehen, die sich mit Interkulturalität und Fremdheit in translatorischer, glottodidaktischer und literaturwissenschaftlicher Perspektive beschäftigen, da diese den Blick über die Disziplinengrenzen erfordert.

Wir bitten um Themenvorschläge und Zusendung eines Abstracts bis zum 31.12.2016. Tagungsgebühr: 200 PLN (Mitglieder von SGP), 450 PLN – andere Teilnehmer.




 

 

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