XIV. Kongress der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG)
Palermo, 26.7.-2.8. 2020 Sprachwissenschaft: Textlinguistik und Stilistik

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Einladung zur Sektion: Multimodale Texte, Textsorten und Kommunikationsformen transkulturell und transmedial

Trotz der relativ kurzen Geschichte der Textlinguistik hat sich der Textbegriff in den letzten Jahrzehnten entscheidend gewandelt. In jüngster Zeit beobachten wir Bestrebungen vieler Textlinguistinnen und Textlinguisten, auch das Außersprachliche zu berücksichtigen. So sollen laut Fix (2008) die von de Beaugrande und Dressler formulierten Textualitätskriterien um die gedanklichen Phänomene Gestaltganzheit und Kulturalität sowie um die Phänomene Medialität, Materialität und Lokalität ergänzt werden, denn man kann mit Hilfe der letzteren »die Wahrnehmbarkeit der Texte und das durch sie vermittelte Bedeutungspotenzial« (Fix 2008, 344) erfassen.

Da wir heutzutage Zeugen einer veränderten »semiotischen Landschaft« sind (Stöckl 2004a, 2) und nicht-sprachliche Aspekte, wie Bild, Typographie und Ton, zunehmend eine bedeutungskonstitutive Rolle übernehmen, wird der multimodale und materialitätsbetonte Text zum Thema zahlreicher textlinguistischer Untersuchungen. Textlinguistische Analysen sollen sich somit nicht mehr bloß auf die Analyse sprachlicher Ebene beschränken, vielmehr muss das komplexe Zusammenspiel aller Modalitäten untersucht werden.
Durch die technischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte und die Herausbildung neuer Medien treten in verschiedenen Kommunikationsbereichen zudem neue Textsorten und Kommunikationsformen auf, die zum einen miteinander vernetzt sind (Adamzik 2011) und die sich zum anderen über verschiedene Medien – transmedial – ausbreiten. Dabei erscheinen die zeitliche und die lokale Dimension der Produktion, Verbreitung, Rezeption von Texten sowie die Anschlusskommunikation mit Texten ein weiteres beachtenswertes Kriterium.
Im Vordergrund der Sektion sollen solche multimodalen Texte, Textsorten und Kommunikationsformen in unterschiedlichen Kommunikationsbereichen, ihre Medialität sowie die Beziehungen zwischen ihnen stehen. Vor dem Hintergrund der kulturellen Geprägtheit von Textsorten ist zudem eine kontrastive Perspektive in den Blick zu nehmen. Die Sektion ist offen für eine große thematische Breite innerhalb des abgesteckten Forschungsfeldes. Beiträge zu folgenden Themen sind erwünscht:
1. Text(sorten)linguistik: Neue theoretische Ansätze und methodische Vorschläge.
2. Multimodale Texte, Textsorten und Kommunikationsformen: Kommunikationsbereiche,
Funktion, mediale Ausprägung.
3. Intertextuelle Beziehungen zwischen Texten/ Textsorten/ Kommunikationsformen. Ihr Stellenwert in einzelnen kommunikativen Haushalten - sachliche, soziale (privat vs. öffentlich) und zeitliche Perspektiven.
4. Interkultureller Vergleich von bestimmten Texten, Textsorten und Kommunikationsformen. Identität vs. Transkulturalität.
5. Soziale, kulturelle und material-mediale Szenarien von kommunikativen Handlungen. Medialisierung der alltäglichen Kommunikation.
6. Semiotische Ressourcen in mikro- und makrostilistischer Perspektive. Visualisierungstechniken. Text-Bild-Gefüge.

Wir bitten um Beitragsvorschläge und ein Abstract von 300-400 Wörtern bis zum 30. September 2018 an folgende Email-Adressen:
Prof. Dr. Ewa Żebrowska (Warschau, Polen): zebrowska.ewa@uw.edu.pl
Prof. Dr. Christina Gansel (Greifswald, Deutschland): gansel@uni-greifswald.de
Doz. Dr. Tanja Škerlavaj (Ljubljana, Slowenien/ Gießen, Deutschland): tskerlavaj@gmail.com

Ostatnia zmiana: 05.22.2018 at 08:08

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